Zelten im Winter – Worauf sollte man achten

By | 11. Mai 2018

Zelten im Winter orangenes Zelt im Schnee in den Bergen

Zelten geht nur bei gutem Wetter und warmen Temperaturen? Von wegen! Gerade im Winter kann das Zelten ein spannendes Abenteuer sein und ganz besondere Erfahrungen bieten. Doch damit der Campingurlaub nicht zum eisigen Albtraum wird, sollten beim Zelten im Winter einige Dinge berücksichtigt werden.

Worauf sollte man achten?

Klar, Zelten im Winter bietet ganz andere Herausforderungen als im Sommer. Es kann nässer, kälter und ungemütlicher werden, der Komfort ist geringer und die Möglichkeiten, sich im Freien aufzuhalten, sind oftmals geringer. Wer also mit dem Gedanken spielt, im Winter zelten zu gehen, sollte sich keinen Illusionen über eine vermeintliche Winteridylle hingeben und realistisch auf den Trip vorbereiten. Denn gerade im Winter kann es weitreichende Konsequenzen haben, beim Zelten von Unwägbarkeiten überrascht zu werden. Deswegen ist eine gute Vorbereitung unerlässlich.

Dazu gehört, sich zunächst einmal über die richtige Stelle zum Zelten Gedanken zu machen. Auf gut Glück loszuwandern und sich spontan einen Schlafplatz suchen, ist gerade im Winter ein ernstzunehmendes Risiko. Windgeschützt sollte der Standort sein, schneebedeckte Hänge mit Lawinengefahr sind zu meiden. Der Eingang des Zeltes sollte zur windabgewandten Seite liegen. Wer schließlich den perfekten Ort gefunden hat und sein Zelt aufbauen will, muss dort zunächst den Schnee flachtreten und verfestigen lassen.

Ein in den Schnee gegrabener Fußraum im Inneren des Zelts bietet nicht nur Stauraum für das Gepäck, sondern auch die Möglichkeit, bequem am Innenzeltrand zu sitzen. Dabei ist allerdings unbedingt darauf zu achten, dass die Grube nicht unter dem Zelt nach Außen ragt, da es sonst hinein schneien kann.

Die richtige Ausrüstung ist alles

Ein geeignetes Zelt ist das A und O beim Zelten im Winter. Bleibt Schnee dauerhaft auf dem Zelt liegen und wird die Schneelast zu schwer, kann das Zelt einstürzen. Pyramidenförmige Zelte mit steilen Wänden lassen den Schnee besser ablaufen. Um das Zelt im Schnee oder vereisten Boden zu verankern, eignen sich stabile Zeltnägel oder aber Schneeanker. Hier gilt, besonders auf eine gute Verankerung zu achten, damit die Zeltwände nicht unter der Schneelast einbrechen. Ein zweiter Gestängesatz kann ebenfalls dabei helfen, das Zelt bei starker Schneelast stabil zu halten.

Damit es in den eisigen Winternächten im Zelt nicht zu kalt wird, ist die richtige Isomatte von enormer Wichtigkeit. Gerade die Kälte von unten darf nicht unterschätzt werden. Deswegen ist eine gut isolierende Matte unerlässlich. Im Idealfall schützen gleich zwei Isomatten – eine aus Schaumstoff, eine aufblasbare – vor der nächtlichen Kälte im Winterzelt. Beim Schlafsack versteht sich von selbst, dass es ein für kalte Temperaturen geeigneter sein muss. Zudem empfiehlt es sich, im Winter im Zelt auch im Schlafsack warme Kleidung zu tragen. Ein atmungsaktiver Biwaksack kann zusätzlichen Schutz bieten. Wer sich mit Campingausrüstung nicht gut auskennt, sollte sich vor dem Zelten unbedingt professionell beraten lassen.

Wo ist Zelten im Winter überhaupt erlaubt?

So romantisch es klingt, auf einsamen schneebedeckten Feldern unter dem Sternenhimmel sein Zelt aufzuschlagen: Genauso wie im Sommer gelten im Winter Regeln, was das Zelten angeht. In Deutschland bestimmen Landes- und Bundesgesetze, wo Camping erlaubt ist. Wer also vorhat, Zelten zu gehen und sich dabei nicht an die ausgewiesenen Flächen halten will, sollte sich vorab informieren, wo das überhaupt erlaubt ist. In Skandinavien dagegen ist Wildcampen weitestgehend erlaubt – allerdings ist es dort aber auch sehr viel kälter.